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Wer ich bin: Luisa Schanze

  • Autorenbild: Luisa Schanze
    Luisa Schanze
  • 22. Sept. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 25. Sept. 2025


Ich bin in Quentel, einem kleinen Dorf in Nordhessen, groß geworden – in einer sportverrückten Familie, in der Zusammenhalt selbstverständlich ist. Niemand wurde allein gelassen, jede:r konnte sich auf die anderen verlassen. Dieses Gefühl von Geborgenheit und Unterstützung hat mich geprägt und wahrscheinlich auch dazu geführt, dass ich schon mit vier Jahren auf dem Fußballplatz stand.


Bis ich 15 Jahre alt war, spielte ich bei den Jungs. Ich wurde akzeptiert, unterstützt, sogar als besonders wahrgenommen – und das vor allem deshalb, weil ich mithalten konnte. Für mich war es ein starkes Gefühl: anders zu sein, und trotzdem voll dazuzugehören. Fußball wurde mein Lebensmittelpunkt – ein Ort für Spaß, für Freund:innen, für Leidenschaft.

Mit 16 Jahren wechselte ich in die Frauen-Regionalliga zum TSV Jahn Calden. Drei Mal Training pro Woche, lange Fahrten quer durch Deutschland am Wochenende und das ohne finanzielle Entschädigung. Meine Eltern haben all das möglich gemacht. Da habe ich früh verstanden: Chancen entstehen nicht von allein. Sie entstehen durch Unterstützung von anderen – und diese Unterstützung hat nicht jede:r.


Erste Schritte ins Berufsleben

Nach dem Abitur träumte ich vom Studium an der Deutschen Sporthochschule Köln. Aber der Schritt vom Dorf in die Millionenstadt war groß, und ich wollte es mir finanziell selbst ermöglichen. Also habe ich eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei der SMA Technology AG in Kassel gemacht.

Dort habe ich etwas Wichtiges gelernt: Teams sind nicht gleich Teams. Alle sechs Monate kam ich in eine neue Abteilung, traf auf neue Menschen, Charaktere und Stimmungen. In manchen Teams herrschte Offenheit, Humor und echte Zusammenarbeit. In anderen spürte man Distanz – 9 to 5 und „tschüss“. Für mich war klar: Ich blühe da auf, wo Menschen miteinander reden, lachen und einander unterstützen. Und ich habe verstanden, dass Arbeitskultur entscheidend ist für Motivation und Zusammenhalt.


Studium und erste Aha-Momente

Dann kam endlich der Schritt nach Köln an die Deutsche Sporthochschule. Ich hatte Angst, keinen Anschluss zu finden, aber Sport macht es leicht: man spricht über das Spiel, trainiert gemeinsam, lacht über Siege und Niederlagen. Sport verbindet, und das hat mir das Ankommen sehr erleichtert.


Mein Verein Vorwärts Spoho hat das noch verstärkt. Dort gilt: Alle sind willkommen, Diskriminierung hat keinen Platz. Ich kam mit Themen wie Inklusion und Empowerment in Berührung, die mich sofort interessierten und bis heute prägen. Ich hatte große Lust bisher gelerntes Weiterzugeben und habe sowohl die B-Lizenz im Fußball als auch eine Ausbildung für Inklusionssport absolviert.


Gleichzeitig habe ich auch die Grenzen erlebt. Sport wird oft als für alle bezeichnet – aber ist er das wirklich? Eine Skifahrt im ersten Semester kostete 1.700 Euro. Für einen Tenniskurs brauchte man spezielle Schuhe. Da wurde mir klar: Sport kann genauso spalten wie er verbindet – sei es über soziale Herkunft, Geschlecht, Orientierung oder Behinderung.



Wissenschaftliche Perspektive: Diversity im Profifußball

In meiner Bachelorarbeit „Diversity Management im Profifußball“ habe ich genau hingeschaut. Ich wollte unteranderem wissen:


  • Wie vielfältig sind die Strukturen in deutschen Vereinen wirklich?

  • Wie viele Frauen arbeiten dort – und in welchen Positionen?

  • Welche Rolle spielen Menschen mit Behinderung?


Meine Hoffnung war, dass Fußball, der Millionen begeistert, auch in seinen Strukturen Vorbild für Vielfalt ist. Doch das Ergebnis war ernüchternd: Frauen in Führungsrollen sind selten, Menschen mit Behinderung praktisch nicht sichtbar, und Vielfalt wird in vielen Vereinen kaum aktiv gestaltet.

Für mich war das ein Schlüsselmoment: Vielfalt passiert nicht automatisch. Sie muss gewollt, gestaltet und gefördert werden.



Praxis: Teilhabe durch Sport

Mein Praktikum bei der Stiftung des 1. FC Köln hat mich schließlich noch tiefer geprägt. Ich bin nach dem Praktikum dort geblieben und arbeite bis heute in Vollzeit.

Dort geht es darum, Menschen zu unterstützen, die Unterstützung brauchen; den Abbau von Diskriminierung voranzutreiben und eine fairere Gesellschaft zu gestalten. In Projekten habe ich direkte Begegnungen erlebt: beispielsweise mit Menschen bei der Obdachlosenhilfe, in Senior:innenheimen, in der JVA oder im Bereich der Inklusion. Menschen und ihre Geschichten kennen zu lernen, ist besonders.

Diese Arbeit hat mir gezeigt, wie mächtig der Profifußball sein kann: Er verändert Lebenswelten, er schafft Teilhabe, er gibt Mut. Menschen, die sonst wenig Chancen haben, erfahren dort Respekt, Zusammenhalt und Unterstützung. Zu sehen, wie Menschen durch den FC aufblühen, ist ein Geschenk, das mir bis heute viel bedeutet.



Neue Dimension: Vielfalt in Teams als Stärke

Mit meinem Master in Organizational Management habe ich diese Haltung weiterentwickelt. Dort ging es um Führung, Kompetenzmanagement und Psychologie und mir wurde klar: Vielfalt ist nicht nur ein Thema, wenn es um Diskriminierung geht. Sie ist ein Erfolgsfaktor.

Teams, die Vielfalt nutzen, sind kreativer, treffen bessere Entscheidungen und sind für Mitarbeiter:innen attraktiver. Employer Branding, Motivation, Teamkultur – all das hängt davon ab, ob Menschen sich wohlfühlen und akzeptiert werden.

Das ist die Dimension, in der ich mit elba:n arbeiten möchte: Vielfalt nicht nur als „Problem“, das man lösen muss, sondern als Ressource, die Teams stärker macht.



Warum elba:n?

Der Name bringt meine Haltung auf den Punkt:

  • Rückwärts gelesen bedeutet er Perspektivwechsel und genau das wollen wir ermöglichen.

  • able: „Ich bin in der Lage“, weil ich mich wohlfühle, akzeptiert werde und meine Stärken einbringen kann.

  • n:able: „Ich werde befähigt“, durch andere, die mir Vertrauen schenken und mich unterstützen.



Meine Vision

Alles, was ich erlebt habe: Fußball, Ausbildung, Studium, Arbeit, Forschung – führt zu einem Gedanken: Vielfalt bereichert, Sport verbindet.

Mit elba:n möchte ich Teams Räume geben, in denen sie genau das erleben: Dass Unterschiede nicht trennen, sondern verbinden. Dass Vertrauen, Kommunikation und Zusammenhalt wachsen, wenn man sich auf neue Perspektiven einlässt. Und dass Sport der Motor ist, der all das in Bewegung bringt.



 
 
 

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